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20. Dezember


Eine Fahrt durch die Bundesrepublik

der zug setzt sich in bewegung am äusersten zipfel,
und hedwig bahnt sich im gipfel,
der massen ihren weg durchs abteil hier,
in dem betrunkne engländer sitzen und lallen von „shles wearing a wig“ und „holdteiner beer“.
im nächsten moment schreit ein kind „ich will zum geburtstag nen hamster, nen ham-“ “ burg!“ schreit das nächste “ da ist eine burg, dort auf dem bergkamm“.
„nicht mecklen, wegen der burg“, sagt die mutter, „sei still und du bekommst auf dem kutter nachher vorher pommersche, ehe wir nieder gehn nach sachsen- und nun lass die faxen“.
da es heiß ist stoßen von der nahen koppel die bremen herein mit großen flügelschlägen und saugrüsseln.
„ein brand ne burg das kommt oft vor“ singt im nächsten abteil der kirchenchor. „da sitzt doch glatt der bär unter der linde“ schreit empört ein ehemann als er sich nicht mehr helfen kann.
und als der zug vorbeigefahrn an sachsen, da springt einet auf die haxen und schreit “ anhalt-en“ ich will doch nach sachsen.
„Am nordrhein-west wohn ich“ verkündet da mit fahlen augen einer- der nachbar jedoch wird immer kleiner und denkt an sein saarland geliebtes.-
Wo nun der reim eh so durchsiebt is: die reise des zuges durch rheinland pfalz, hessen, thüringen, bawü un bayern brauch man hier nicht weiter zu feiern und das papier in tinte zu tränken- den rest kann man sich ohnehin denken.

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